Spirituelle Krise durch Meditation?

Yoga boomt und die Begriffe »Achtsamkeit« und »Meditation« sind inzwischen im Mainstream angekommen. Sie werden endlich in ihrem Wert und ihrer Wirksamkeit öffentlich anerkannt. In Zeitungen und Zeitschriften wurde über wissenschaftliche Studien berichtet, welche die positive Wirkung von Yoga und Meditation bestätigen. Spirituelle Praktiken haben ihren Einzug in den Wellness-Bereich gefunden und werden in der Werbung mit makellosen, lächelnden Models angepriesen.

Auch ich bin von den wohltuenden, ja befreienden Wirkungen energetischer Körperarbeit und Meditation überzeugt, sonst würde ich das nicht selbst unterrichten.

Wer sich aber wirklich auf den spirituellen Weg einlässt, darf nicht davon ausgehen, dass sie/ihn nur Freude und Leichtigkeit erwarten. Im Gegenteil: Wer sich regelmäßig der Stille und Gegenwärtigkeit öffnet und es wagt, wirklich tiefer zu gehen, wird sich auch auf Zeiten einstellen müssen, die sich nicht so gut anfühlen. Und über diese möglichen Hürden, die wir auch spirituelle Krisen nennen können, möchte ich hier schreiben:

Auf meinem eigenen meditativen Weg erfuhr ich tatsächlich zunächst eine tragende Freude nach den Meditationen. Zwar zwickte es anfangs beim Meditieren im Rücken und auch das Sitzen auf dem Kissen fühlte sich nicht bequem an, bis ich mit der Zeit flexibler wurde und mich an die neue Haltung gewöhnt hatte. Das war aber nicht wirklich ein Problem, denn ich wurde reichlich belohnt durch eine heitere Grundstimmung, die sich in mir bereits nach den ersten Meditationserfahrungen ausbreitete.

Doch schon nach wenigen Wochen öffnete sich während einer Meditation etwas in mir und löste im Wechsel heiße Energieströme, Kälteschauer und Schmerzen aus. Nach der ersten Irritation war mir klar: Nun geht die »Innere Arbeit« los.

Was war geschehen? Während wir in Meditation vertrauensvoll in die Stille hinein sinken, öffnen sich feine Energiekanäle, welche im Yoga als »Nadis« bezeichnet werden. Und sie öffnen sich besonders leicht, wenn direkt zuvor Yoga, Massage, Tanz oder andere Körperarbeit stattgefunden haben. Der Energiefluss verstärkt sich einerseits, aber es entsteht auch Stau an den sogenannten Blockaden, nämlich dort, wo wir energetisch zusammengezogen sind. Diese Kombination aus verstärktem Energiefluss und Widerstand kann sehr unangenehme Körpersensationen verursachen.

Um ein Vielfaches gesteigert wird die Intensität bei einem Kundalinierwachen. Dabei drängt ungestüme Energie vom Steißbereich die Wirbelsäule entlang aufwärts. Auch hier: Jeglicher Widerstand, der »im Weg« steht, verursacht unangenehmen Stau. Das kann sich anfühlen, als müsste man gleich explodieren. Mitunter sucht sich die Energie dann auch andere Kanäle, die auf so viel Energie gar nicht eingestellt sind. Glühende Hitze breitet sich im Körper aus. Wenn der Körper sich sperrt, äußert sich das als krampfartige Schmerzen. Manche Menschen, die diese Phase durchleben, berichten auch von unwillkürlichen Bewegungen, welche ihr Körper macht, um sich zu helfen.

Soweit sei schemenhaft skizziert, was auf der körperlichen Ebene krisenhaft erlebt werden kann. Aber die Transformation geschieht ganzheitlich. Das heißt, auf der Seelenebene wird durch die Entspannung und durch den Energiefluss ein tiefgreifender Verarbeitungsprozess angeregt. Was bedeuten all die Widerstände im Körper? Sie bergen unsere tiefsten Ängste. All das, was wir einst unbewusst weggepackt hatten, weil es zu schmerzhaft war und unlösbar schien, wartet in diesen geschnürten Paketen auf Erlösung. Bin ich bereit, mich diesen verdrängten Anteilen zu stellen? Kann ich zulassen meine Angst, meine Wut, meine Trauer, meine Ohnmacht zu fühlen, die ich bisher von mir gar nicht in diesem Ausmaß ahnte? Bin ich diesem Schmerz gewachsen? Und was geschieht, wenn durch all die neuen inneren Erfahrungen und Erkenntnisse mein bisheriges Selbstbild zerbröselt? Was wird aus meinem bisherigen Leben? Wo werde ich landen? Werde ich überhaupt irgendwo landen? Wer ist dieses »ich« eigentlich? Gibt es das überhaupt? Und was, wenn nicht??? Puhhh!

Diese Zeit der tieferen Öffnung in die eigene seelische Wahrheit hinein kann die Hölle bedeuten. Dann ist tiefste Krise.  Und es kann auch richtig lange dauern, bis das andere Ufer in Sicht ist. Es muss sogar geraume Zeit dauern, um Schicht um Schicht zu läutern. Gut, wenn wir um den Sinn dieser Wandlungswehen wissen! Denn sie führen immer mehr von der Verblendung in die innere Wahrheit, von vermeintlicher Sicherheit oder tiefer Verunsicherung in wahrhaftes Getragensein und Lebendigkeit. Gut, wenn in dieser Lebensphase Menschen in der Nähe sind, die um diese innere Reise und ihre Sinnhaftigkeit wissen. Gut, wenn der innere Beobachter installiert ist und nicht jede Emotion existenziell bedrohlich durchlebt werden muss.

Was hat mir am meisten geholfen durch den anstrengendsten Teil der Krise zu finden? Viele einsame Spaziergänge in der Natur, am liebsten barfuß. Viel lesen (um mehr allgemeines Verständnis zu gewinnen), spezielle körperenergetische Übungen, aber auch einfach körperliche Auslastung und immer wieder ausreichend Ruhe und Besinnung. Zeitweise war professionelle Begleitung sehr hilfreich, wenn es darum ging, Themen anzuschauen, denen ich mich alleine nicht gewachsen fühlte.

Aus heutiger Sicht kann ich nur ermutigen, die Herausforderungen der inneren Verwandlung bewusst anzunehmen, die durch Meditation und diverse spirituelle Praktiken in Gang gesetzt werden können. Reibungsfrei werden sie in den wenigsten Fällen durchlebt werden. Aber es ist ein Segen, wenn auch die Bereiche, die einst ein Schattendasein führen mussten, endlich gesehen und integriert werden können! Dann kann die Lebensenergie frei fließen und es beginnt der transpersonale Weg echter Sinnhaftigkeit und Erfüllung.

Vortrag “Spirituelle Krisen”

FR 09.03. 2018 um 19h Vortrag von Roswitha Funk-Aydemir: ‘Spirituelle Krisen’

in der Heilpraxis Holzheim, Staufenstraße 5/1 in 73037 Göppingen-Holzheim

Die Vorzüge von Yoga, Meditation und spiritueller Verbundenheit sind endlich und Gott sei Dank im öffentlichen Bewusstsein angekommen, aber kaum jemand spricht davon, welche enorme Herausforderung es bedeuten kann, durch spontane oder absichtliche spirituelle Reinigungsprozesse zu gehen.  Oft sind Betroffene darauf nicht vorbereitet und reagieren entsprechend verunsichert.

Was bedeutet es, wenn neue Erfahrungen und Einsichten das bisherige Weltbild ins Wanken bringen? Welche körperlichen und psychischen Schwierigkeiten können uns auf dem sogenannten ‘Weg’  zu schaffen machen? Was kann ich tun, um solche Zeiten möglichst heilsam zu durchleben?

Dieses Informations-Angebot ist für alle

  • die sich selbst betroffen fühlen

  • die von Tabufragen zum Thema Spiritualität bewegt werden

  • die allgemeines Interesse an diesen Themen haben

Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit für angeregten Austausch.

(Unkostenbeitrag € 10,-)

Verrückt oder weise? – Filmvorstellung

Ein Fotograph und Filmemacher, Phil Borges, der jahrzehntelang die Kultur indigener Völker erforscht und fotografiert hat, hat einen Film über psychotische Erfahrungsweisen gedreht und nennt ihn »CRAZYWISE«: Ihn interessiert die Frage, ob das, was in unserer westlichen Gesellschaft als eine »erste psychotische Episode« pathologisiert wird, nicht in Wirklichkeit mit dem Phänomen einer »schamanischen Initiation« in anderen Kulturen vergleichbar ist.

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Spirituelle Krise – drei Seiten der Medaille – Anjas Erfahrungen

Was eigentlich ist eine spirituelle Krise? Der Klappentext eines der bekanntesten Bücher zum Thema beschreibt es so: »Auf dem Weg zu Transformation und Persönlichkeitsentwicklung geraten viele Menschen in ‘spirituelle Krisen’. Diese neuen Ebenen mystischer Erfahrungen oder außergewöhnlicher Bewusstseinszustände treten plötzlich auf, werden als überwältigend und verwirrend erlebt und oft von einem Identitätsverlust begleitet.

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Energiearbeit und Transformationsprozesse

– Ein Interview mit der Heilpraktikerin für Psychotherapie, Roswitha Funk-Aydemir roswitha funk-aydemir, energiearbeit

MG (Marianne Gallen): Ich freue mich, liebe Roswitha, dass Du bereit bist, uns hier Deine therapeutische Energiearbeit vorzustellen, die Du in langjährigen Trainings gelernt hast. Magst Du uns zunächst ein bisschen über diesen Ausbildungshintergrund erzählen?

RF-A (Roswitha Funk-Aydemir): Ja, gerne. Durch meine langjährige Meditationspraxis waren in mir “Kräfte” aufgewacht, die ich sinnvoll kanalisieren wollte. Das war ein Anlass, mich intensiv mit heilender Energiearbeit zu beschäftigen. Außerdem hatte ich das Bedürfnis meine eigenen unerlösten Themen in einem geschützten Rahmen aufzuarbeiten. 

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Kundalini – Entwicklung des inneren “Heil-Werdens”

Kundalini-Erwachen

Das Kundalini-Modell spricht von einer »Schlangenkraft«, die zusammengerollt bei jedem Menschen am unteren Ende der Wirbelsäule ruht – schlafend. Sie kann aber auch erwachen, dann geht es rund. Unermüdlich steigt sie im physischen System nach oben, vorzugsweise im sogenannten »zentralen Kanal« und reinigt dabei die Energiezentren (Chakren) von allen Blockaden. Demjenigen, der das erlebt, fahren Stromstöße durch den Körper, es sind Hitze- und Energiebewegungen spürbar, Zittern, Schweißausbrüche, sexuelle Über-Erregung, die sich nicht entladen kann, kann auch zu den Symptomen gehören.

Ziel dieser Reise ist die Vereinigung der weiblichen Schlangenkraft, auch »Shakti« genannt, mit ihrer männlichen Entsprechung »Shiva« im Kronenchakra – eine »himmlische Hochzeit«.      

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